// Von Milena Daniel

Das Umweltbewusstsein nimmt in unserer Gesellschaft immer weiter zu. Dem haben wir unter anderem der Jugendorganisation Fridays for Future zu verdanken. Man greift zur Papiertüte, kauft sich Bambuszahnbürsten und versucht das eine oder andere Mal auf Fleisch zu verzichten. Wo man früher schon nach dem Unglück in Tschernobyl 1986[1] auf Demonstrationen ging, meinte man später dann erneut nach der Katastrophe in Fukushima 2011[2] : „Ja seht ihr? Was habe ich euch gesagt?“. Man war sich größtenteils einig in Deutschland: die Atomkraftwerke müssen abgeschafft werden. Heute liest und hört man jedoch immer häufiger Meinungen, dass Atomkraftwerke die Lösungen seien, um die Klimakrise zu bekämpfen. Gemäß unserem Atomgesetz werden die sechs Reaktoren, die noch am Netz sind, spätestens 2022 abgeschaltet. Drei davon dürfen bis spätestens 2021 in Betrieb sein[3]. So ist dieses Thema sogar unter den Umweltaktivisten ein Streitpunkt. Versorgungsnotstand bei Öl und Gas, Klimakollaps und steigende Energiepreise kamen der Atomlobby sehr gelegen. Doch ist die Atomenergie wirklich die endgültige Lösung für die immer spürbarer werdenden Umweltprobleme? Greenpeace klärt auf.

Die Zeit drängt. Wir befinden uns mitten in der Klimakrise. Nahezu jeden Tag hören wir neue Informationen über eine weitere Katastrophe. Sturmfluten, Orkane, Waldbrände, Rekordhitzen – all das ist für unser Ohr Alltag geworden. Klar will man das verhindern. Der eine mehr, der andere weniger, so wie manche unserer Bundestagsabgeordneten, aber regen wir uns nicht schon wieder auf. Nun behaupten jedoch einige, dass Atomkraft beim Kampf gegen die Klimakrise helfe. Mythos oder Fakt? Die Wahrheit ist, dass die Atomenergie viel mehr Geld und viel mehr Zeit benötigt, um genausoviel Energie zu liefern wie EE-Anlagen (EE = Erneuerbare Energien). Gleichzeitig blockiert sie somit Investitionsmittel, die zum Lösen der Krise eigentlich beitragen könnten. Auch der zweite Mythos wird hiermit verneint, dass Atomkraft eine kostengünstige Energiequelle sei. Atomkraft wird durch staatliche Subventionen finanziert und während die Atomenergie immer teurer wird, sinken die Preise der Erneuerbaren Energien (Windkraft, Wasserkraft, Solar…). Eine Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsplanung) zeigt: Atomenergie war und wird nie wirtschaftlich sein.

Atomenergie ist umweltfreundlich – NEIN! Atomkraft ist lebensgefährlich! Die beiden größten Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima sind das beste Beispiel. Sie verstrahlten die Bevölkerung, legten ganze Industrienationen still und verschmutzten sie für die jetzige und noch viele kommende Generationen. Verstrahlte leiden noch heute an Krebs, Schilddrüsenerkrankungen und Fehl- und Missbildungen. Auch für die Bevölkerung in der weiteren Umgebung eines Bergwerks sind Leukämie, Lungenkrebs, Magenkrebs und Geburtsfehler die häufigsten Folgekrankheiten des Uranabbaus.[4]

Atomenergie ist emissionsarm  – Naja. Bei der Stromproduktion selbst wird in der Tat wenig CO2 ausgestoßen. Die gesamte Atomstromproduktion stellt dennoch eine Belastung für das Klima dar. Die Herstellung der Brennstäbe und der Abbau von Uran emittiert viel CO2. Zudem benötigt die Kühlung Unmengen an Wasser.

Einige Gefahren der Atomenergie sind gezielte Terroranschläge, Erdbeben, Uranbergbau mit Todesfolgen (fast 10000 Mienenarbeiter erkrankten in Deutschland an Lungenkrebs), Unfälle und Störungen, Sicherheitsmängel der deutschen AKW (je älter, desto unsicherer)[5] , Abfall (in Europa sind bisher 2,5 Millionen Kubikmeter angefallen). Atommüll muss eine Million Jahre sicher von der Biosphäre getrennt gelagert werden, denn der Abfall ist höchst toxisch für den Menschen (1mg Plutonium = tödlich). Ein Endlager ist noch nicht gefunden worden[6]. Muss also wirklich noch mehr Abfall produziert werden?

Wollen wir uns diese Gefahren zumuten? Wollen wir uns und vor allem den kommenden Generationen den immer mehr werdenden Müll zumuten? Wollen wir hilflos dabei zusehen, wie andere Länder jetzt gerade noch überlegen, neue AKW zu bauen? Wollen wir friedlich nickend zustimmen, wenn jemand behauptet: „Die Lösung ist Atomenergie bro, ich sag’s doch“?

Näh! Wir sagen dann: „Digga, was laberst du? Informier‘ dich mal richtig!“

 

Milena Daniel, 17.05.2021

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima

[3] https://www.bmu.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/aufsicht-ueber-kernkraftwerke/kernkraftwerke-in-deutschland/#:~:text=Dezember%202019%20sind%20in%20Deutschland%20aktuell%20noch%20sechs,im%20Jahr%202022%20abgeschaltet%2C%20die%20anderen%20sp%C3%A4testens%202021.

[4] Strahlentelex Nr. 494-495, 2007; http://www.strahlentelex.de/Stx_07_494_S01-07.pdf

[5] https://www.100-gute-gruende.de/

[6] https://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/gefahren-der-atomkraft

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